Projektinhalt
In dem Gesamtprojekt der Charité, dem Deutschen Herzzentrum Berlin (DHZB), der TU Berlin und
der Schering AG gibt es ein gemeinsames Ziel, die nicht invasive Darstellung und
Plaquecharakterisierung zur Prävention, Therapie und Sekundärprophylaxe von Herzinfarkten
in breiten Bevölkerungsgruppen. Als bildgebendes Verfahren wird die strahlenfreie,
nichtinvasive Magnetresonanztomographie genutzt.
Der Weg der Kooperationspartner zu diesem Ziel im Verbundvorhaben führt über zwei grundsätzliche Wege.
Erstens wird in einer klinischen Studie überprüft, inwieweit heute bereits vorhandene,
nicht-targetspezifische Kontrastmittel eine Differenzierung in vulnerable und stabile Plaques
erlauben, und damit eine Vorhersage über einen eventuellen Herzinfarkt ermöglichen.
Da die Kontrastmittel für diesen Ansatz bereits zur Verfügung stehen (z.B. VSOP-Nanopartikel,
eine gemeinsame Entwicklung der Ferropharm GmbH, Teltow und des Institutes für Radiologie
des Campus Mitte der Charité) können hier bereits in wenigen Jahren klinisch verwertbare Diagnostika
entstehen.
Zweitens wird versucht, durch die Identifikation von Proteinmustern und Targets, die eine
Differenzierung von stabilen und instabilen Plaques erlauben zu spezifischen Liganden zu gelangen,
die an Kontrastmittel gekoppelt, eine spezifische Markierung der Plaques erlauben.
Der Weg zur Entwicklung klinisch verwertbarer Kontrastmittel führt über eine Vielzahl von Schritten:
| · | Detektion möglicher Targets |
| · | Entwicklung von Antikörpern (Antikörperfragmenten) gegen diese Targets |
| · | Kopplung von Kontrastmitteln (optisch, radioaktiv, MR) an die Antikörper |
| · | Bildgebung ex-vivo (Carotisproben, Tiere) |
| · | Bildgebung in-vivo (Maus, Kaninchen) |
| · | Bildgebung im Menschen |
Für all diese Schritte müssen die geeigneten Techniken vorhanden sein oder entwickelt werden,
die Daten müssen quantitativ analysiert werden, die Sicherheit, Machbarkeit, Kosten der Herstellung,
etc. müssen überprüft werden.
Strategischer Hintergrund
Schering hat wie auch die Gerätehersteller Siemens, Philips und GE erkannt, dass die molekulare
Bildgebung ein wesentlicher Fortschritt in der Diagnostik darstellen wird. Das Unternehmen ist
Kooperationen mit Geräteherstellern (Philips und Siemens) eingegangen, um in enger Zusammenarbeit
die Technologie weiterzuentwickeln. Als eine der interessantesten Indikationen in der Bildgebung
wurde die Plaquediagnostik erkannt, da hier ein sehr großes wirtschaftliches Potenzial gesehen wird
und weil die Indikation sich auch von der Pharmakologie (intravasal) besonders gut eignet.
Durch die Kooperation der Partner im Vorhaben sind die führenden Akteure in der kardialen MR
Diagnostik und die interessantesten Produktansätze für molekulare Bildgebung in der Region in
einem gemeinsamen Vorhaben vereint. Die Partner tauschen im Rahmen des Projekt Informationen,
Materialien, Ergebnisse und Tiermodelle aus und stellen damit sicher, dass am Ende des Projekts
ein Entwicklungsprodukt stehen wird.
Bildmaterial
(Bilder ansehen, bitte hier klicken!)
Abbildung 1:
Dreidimensionale Darstellung der Herzkranzgefäße mit der Magnetresonanztomographie bei 1.5 Tesla
(siehe auch: Jahnke, et al Eur Heart J, 2005). Diese Technik wird derzeit auf 3 Tesla MRT übertragen.
Abbildung 2:
Markierung der Aortenwand in einer ApoE-/- Maus mit Gadofluorin. Darstellung nach 2 Stunden und 24
Stunden.
Abbildung 3:
Farb-MRT eines Plaques in einer humanen explantierten Iliacalarterie bei 7 Tesla. Das Farbbild wurde
aus der Kombination aller MRT-Kontraste erstellt. Die Messzeit für alle Kontraste betrug 16 Stunden.
Damit lassen sich histologische Informationen gewinnen. Ziel der Forschung ist die Verkürzung der
Messzeiten und Übertragung auf 3 Tesla Ganzkörpergeräte.
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